|
|
|
Liebe Gemeinde, liebe Brüder
und Schwestern,
und
es entstanden durch sie neues Leben, neue Motivation und neue Hingabe in
den Gemeinden. Als besonders hilfreich haben sich die starken und provozierenden
Adjektive erwiesen, die niemand unberührt lassen. Es geht in gesunden
Gemeinden nicht um ein bisschen Gastfreundschaft, sondern sie ist radikal.
Der Gottesdienst findet nicht einfach statt, sondern er ist voller Leidenschaft.
Die Glaubensentwicklung der Gemeinde wird nicht dem Zufall überlassen,
sondern sie ist zielgerichtet. Mission und Dienen sind kein Zeitvertreib,
wenn nichts Besseres zu tun ist, sondern man missioniert und dient mit
dem Risiko, dafür sein Leben einzusetzen. Und wenn es darum geht,
Geld oder etwas Anderes zur Verfügung zu stellen, hält sich niemand
zurück, sondern großzügig wird das weitergegeben, was man
von Gott empfangen hat.
Das Buch, das mittlerweile auch in Deutschland angekommen ist, lädt uns ein, über unsere Grundlagen als Gemeinde nachzudenken und an ihnen zu arbeiten. Wie ein gesunder Organismus nur gesund bleiben kann durch regelmäßige Nahrungszufuhr, Licht, Bewegung und Pflege, so werden wir alles dafür tun, dass unsere Gemeinde Nahrung bekommt, Gottes Licht aufnehmen kann, nicht einrostet und so gepflegt wird, dass sie nach Gottes Willen gesund bleiben kann und wächst, reift, Frucht bringt. Anders als das Buch von Bischof Schnase, das mit Gastfreundschaft beginnt und den Weg eines Menschen beschreibt, der durch Gastfreundschaft den Weg zu Gott und zur Gemeinde findet, werden wir mitten drin beginnen mit dem Thema „Zielgerichtete Glaubensentwicklung“. Eine fruchtbare Gemeinde braucht zuallererst festes Vertrauen zu Jesus Christus. Jede und jeder einzelne steht in Beziehung zu Jesus, die im Idealfall immer besser, tiefer und reifer wird. Aufgabe der Gemeinde ist es, das Wachstum anzuregen und zu ermöglichen. Aufgabe jedes einzelnen ist es, sich darauf einzulassen und Ernst zu machen. Zielgerichtete Glaubensentwicklung
1.Petrus 2,2-4a Petrus vergleicht Christen, an die der Brief gerichtet ist, mit Säuglingen. Anders als im 1.Korintherbrief wird hier die Babynahrung nicht als Vorstufe zu einem reiferen Christsein genannt, sondern ist Urbild des Gottvertrauens und der Abhängigkeit von ihm. Muttermilch ist kein Minimalprogramm für den schreienden Säugling, sondern exzellente Nahrung zum Wachsen. Die Milch steht für das Paradies, in dem Milch und Honig fließt, sie ist Paradiesgruß und -erinnerung. Christen schreien nach Nahrung, die sie wachsen lässt und ans Paradies erinnert. Die Nahrung ist das Wort Gottes. Zurzeit dieses Briefes existierte noch keine Bibel, wie wir sie kennen. Einzelne Briefe der Apostel waren in Umlauf, man kannte Teile der Evangelien und verließ sich auf mündlich weiter getragene Berichte. Wort Gottes wurden diese Quellen durch das Wirken des Heiligen Geistes. Leute hörten die Berichte, begegneten darin Gott und kamen zum Glauben an Jesus. Heute setzen wir das Wort Gottes mit der Bibel in eins. Doch dieses Wort hat noch viel mehr Dimensionen. Gott spricht zu uns durch Lieder, gesungenes und vertontes Wort Gottes, durch Andachten, durch andere Menschen und Erfahrungen. Es ist Gottes Wort, wenn es ins Herz fällt und Glauben weckt und vertieft. Petrus versichert, wer Nahrung aufnimmt, wird wachsen. Wachsen Das Ablegen der alten Kleidung wird im Epheserbrief konkret veranschaulicht. Zur alten Kleidung gehören Lügen, eine Haltung der Unversöhnlichkeit, schräge Geldgeschäfte, Geiz, giftige Worte. Zusammen gefasst fällt unter die alten Kleider alles, was durch die Lebensführung den Heiligen Geist beleidigt und nicht Gott die Ehre gibt. Sich von alten Kleidern zu trennen, ist schwer. Sie sind vertraut, vielleicht hat man noch nie etwas anderes getragen. Deshalb ist der erste Schritt zu wachsen, sich von den alten Kleidern zu trennen. Um Kleider als alt zu erkennen, ist Wort Gottes nötig, praktisch als neue Zeitanzeige wie die Werbung für die neue Frühjahrsmode. Gott sagt genau was „in“ ist und was „out“. Seine Werbeseite für die neuen Kleider ist in der Bibel. Die neuen Kleider sind in der Bibel zu finden. In der Geschichte Gottes mit seinem Volk lernen wir, wie Gott alles einsetzt, um mit uns Menschen in Kontakt zu kommen und mit uns in Liebe verbunden zu sein. Wir lernen, dass wir uns nicht vor morgen zu fürchten brauchen, Gott sorgt wie ein Vater und eine Mutter für uns. Und wir lernen, welches Ziel Gott mit uns hat. Er will uns zu sich holen und mit uns in einer neuen Welt leben, in der Friede, Gerechtigkeit und Liebe herrschen. In den Evangelien lernen wir Jesus kennen. Und wir können staunen, wie er redete, lebte, teilte, heilte und wie er seinen Weg ans Kreuz gegangen ist. In seine Kleider zu wachsen, bedeutet, diese Berichte in uns aufzunehmen und sie zu unseren eigenen Jesusbegegnungen werden zu lassen. In den Briefen des Neuen Testaments lesen wir von dem Leben der Christen, von Auseinandersetzungen, Ringen um den richtigen Weg und neuen Herausforderungen. Sie helfen uns, selbst in neuen Situationen nach Gottes Weg zu fragen und Auseinandersetzungen so zu gestalten, dass wir durch sie weiter kommen. Das Wort Gottes lässt uns nicht irgendwie wachsen, sondern gibt die Richtung vor. Es macht den Unterschied in unserem Leben. Denn Wachsen werden wir ja irgendwie immer. – Ich habe ein paar Kakteen auf der Fensterbank stehen. Sie sind nicht gerade meine Lieblingsblumen, deshalb behandele ich sie nicht sehr sorgfältig. Sie werden immer mal umdekoriert und irgendwo achtlos abgestellt. Je nach Standort richten sie sich wieder neu nach dem Licht aus. So kommt es, dass einige von ihnen im Zickzack-Kurs wachsen. Und würde ich sie an einen Fensterschlitz stellen, der sie nur von der Seite Licht erhaschen lässt, würden sie im 90-Grad-Winkel weiterwachsen. Christen wachsen Gott entgegen. Zielgerichtetes Wachsen richtet sich auf Gott aus, auf sein Reden in der Bibel und durch die Bibel. Es bewahrt uns vor Zickzack-Kursen und einem Knick im Rückrat. Es ist verlässliches Licht, das unser Bestes will. Wachsen geschieht in Lerngemeinschaft Dass Entwicklung in Gemeinschaft leichter fällt, wissen manche ja schon von ihren sportlichen Erfahrungen. Regelmäßiger Sport fällt den meisten Leuten leichter, wenn sie sich dazu verabreden und wissen, dass andere auf sie warten. Das trifft auch auf geistliche Entwicklung zu. Gemeinschaft fördert Verantwortung und Verbindlichkeit. Gemeinschaft hilft in Brachzeiten. Keine Pflanze wächst bei uns kontinuierlich. Dazwischen gibt es jahreszeitlich bedingte Pausen, die dazu dienen, in der Ruhe neue Kraft für den nächsten Schub zu sammeln. Brachzeiten gibt es in unserer Glaubensentwicklung. Wir werden langsamer im Bibellesen, müder im Beten, ziehen uns aus der Gemeinschaft zurück und haben nur das eine Bedürfnis, Ruhe zu erfahren und nehmen zu dürfen. In diesen Brachzeiten liegt viel Segen, aber auch eine Gefahr, nämlich das Frühjahr zu verpassen. Ist der Winter zu streng, gehen manche Pflanzen kaputt, sie erfrieren, und nichts regt sich mehr im Frühjahr. Doch dafür leben wir in Gemeinschaft. Es wird immer Christen geben, die gerade nicht „im Winter“ sind, die uns liebevoll begleiten, für uns beten und einen Jutesack um unsere kalten Ästchen wickeln. Sie sorgen dafür, dass wir ruhen dürfen, aber nicht absterben. Ihr Gebet trägt uns durch und lässt uns weich aufwachen, wenn neue Kräfte in uns wirken. Gemeinschaft hat mehr Möglichkeiten, anderen von Jesus zu erzählen. Und sie hat mehr Raum, um Neue aufzunehmen und sie den Platz finden zu lassen, wo sie Wurzeln schlagen können. In der Gemeinschaft lernen sie die ersten Schritte, probieren sie ihre Gaben aus und entwickeln sie Früchte. Das geschieht nicht im stillen Kämmerlein, sondern hier in Gemeinschaft derer, die Jesus zusammengerufen hat, um mitten unter ihnen zu sein. Zielgerichtete Glaubensentwicklung Jugendliche lesen seit 1. Januar in diesem Jahr einmal komplett die Bibel durch. Sie haben ein Buch mit Anleitung und persönlichem Tagebuch und tauschen sich in den Gruppenstunden über das Gelesene aus. Nur eine Möglichkeit für Jugendliche? Sie geben die Buchempfehlung sicher auch den Älteren gerne weiter. Jede Gruppe, die sich trifft, die Chöre, die Mitarbeitertreffen sind wichtige Begegnungen zum Wachsen. Ich lade uns ein, darüber nachzudenken, wie im Posaunenchor der Glaube reifen kann, wie Gottes Wort bei den Jungscharmitarbeitern oder im Hausausschuss zum Tragen kommt, wie wir unsere Entscheidungen immer stärker auf Gott basieren und erfahren dürfen, wie sie Frucht tragen, die Gott Ehre machen „Carol schloss sich einer methodistischen Gemeinde an, besuchte den Gottesdienst und die Sonntagsschule und arbeitete bei verschiedenen Projekten und Programmen der Gemeinde mit. Für Carol und ihren Mann wurde die Beteiligung an einem freiwilligen Missionseinsatz in Übersee zu einem Wendepunkt auf ihrer Glaubensreise. Im Anschluss daran besuchten sie den Kurs Glaubensschritte. In der hilfreichen Kleingruppe stieß Carol auf Wahrheiten und Erkenntnisse, nach denen sie gesucht hatte. Und mehr noch: Sie hörte den Ruf Gottes, ihr Leben und ihre Prioritäten neu zu ordnen. Das führte dazu, dass sie sich für einen vollzeitlichen christlichen Dienst zur Verfügung stellte, den Beruf wechselte und jetzt ein missionarisches Programm für internationale Einsätze von Freiwilligen koordiniert. „Bibelstudium bringt dein Leben durcheinander“, sagt sie humorvoll und doch ernsthaft, wenn sie anderen von ihrer Glaubensreise erzählt. Lernen in Gemeinschaft bringt Menschen dazu, über göttliche Möglichkeiten für ihr Leben nachzudenken, an die sie allein nie gedacht hätte.“ (Robert C. Schnase, Fruchtbare Gemeinden und was sie auszeichnet, Edition Ruprecht 2009, S. 78) Cornelia
Trick
|