|
|
|
Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Das Volk Israel war viele Jahre unterwegs gewesen. Allein 40 Jahre sind sie durch die Wüste gezogen, immer mit dem Ziel vor Augen, endlich das versprochene Land besiedeln zu dürfen. Eine ganze Generation hat nur für diesen Traum gelebt. Josua durfte das Volk nach dieser Wüstenzeit ins Land führen. Diese Phase dauerte auch eine längere Zeit. Kanaanäische Stadtstaaten mussten erobert werden, Land urbar gemacht werden, die Stämme mussten sich in der neuen Umgebung arrangieren, Häuser bauen, sesshaft werden. Während dieser zähen Zeit der Landnahme, die sich weit schwieriger gestaltete, als viele anfangs dachten, hielt Gott seine Zusage, die er Josua ganz am Anfang gegeben hatte: "Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht." (Josua 1,5) Inzwischen hatten sich die Stämme eingerichtet und waren sesshaft geworden. Jeder wohnte in der eigenen Hütte, hatte ein bisschen Acker zu bebauen und Vieh im Stall. Es lag nahe, einfach weiter zu machen und die Zeit der Wüste zusammen mit dem dazu gehörigen Gott zu vergessen. Doch Josua gab sich mit diesem "Einfach-weiter Machen" nicht zufrieden. Er rief die Stämme an zentraler Stelle zusammen. Er hielt eine Lagerversammlung in Sichem ab, um die Leute an den roten Faden ihrer Geschichte zu erinnern, an Gott, der auch in dem neuen Land ihre Führung sein wollte. Josua 24,1-13 "So spricht der HERR, der Gott Israels: 'Vor langer Zeit wohnten eure Vorfahren auf der anderen Seite des Eufratstromes und verehrten fremde Götter. Das ging so bis zu Terach, dem Vater Abrahams und Nahors. Aber dann holte ich euren Stammvater Abraham aus dem Land jenseits des Eufrats und ließ ihn im ganzen Land Kanaan umherziehen. Ich gab ihm Nachkommen durch seinen Sohn Isaak. Diesem gab ich zwei Söhne, Jakob und Esau. Esau wies ich das Bergland Seïr als Besitz an; Jakob und seine Söhne wanderten nach Ägypten aus. Zu den Nachkommen Jakobs, euren Vorfahren, schickte ich Mose und Aaron und ließ über Ägypten schweres Unheil kommen. Ich führte eure Vorfahren aus Ägypten heraus und brachte sie bis ans Schilfmeer. Als die Ägypter mit ihren Streitwagen hinter ihnen herjagten, schrien sie in ihrer Not zu mir um Hilfe. Da ließ ich zwischen ihnen und den Ägyptern eine undurchdringliche Finsternis entstehen, und dann ließ ich die Wellen des Meeres über den Ägyptern zusammenschlagen, so dass sie ertranken. Ihr wisst alle genau, wie die Ägypter meine Macht zu spüren bekamen. Dann seid ihr lange Zeit in der Wüste geblieben, bis ich euch in das Land der Amoriter östlich des Jordans brachte. Sie leisteten euch Widerstand, aber ich gab sie in eure Hand, und ihr konntet ihr Land in Besitz nehmen. Ich selbst vernichtete sie vor euch. Auch Balak, der Sohn Zippors, der König der Moabiter, stellte sich euch in den Weg. Er ließ Bileam holen, den Sohn Beors, damit er euch verfluchen sollte. Aber ich erhörte Bileams Gebet nicht. Gegen seinen Willen musste er euch segnen, und so rettete ich euch vor seinen Anschlägen. Dann habt ihr den Jordan überschritten und seid bis vor Jericho gekommen. Auch die Einwohner Jerichos kämpften gegen euch, aber ich gab sie in eure Hand, und ebenso alle anderen Einwohner des Landes, die Amoriter, Perisiter, Kanaaniter, Hetiter, Girgaschiter, Hiwiter und Jebusiter. Ich sandte einen gewaltigen Schrecken vor euch her, der vertrieb sie vor euch, genau wie zuvor die beiden Amoriterkönige auf der anderen Seite des Jordans. Mir habt ihr das zu verdanken, und nicht eurem Schwert und eurem Kriegsbogen! Dann gab ich euch dieses Land, um das ihr euch nicht gemüht habt, und seine Städte, die ihr nicht gebaut habt. Ihr wohnt darin und esst Trauben von Weinstöcken und Oliven von Bäumen, die ihr nicht gepflanzt habt.'" Josua beginnt die Versammlung mit Dank, er dankt Gott für die Führung bis hierher. Er würdigt Gottes Anteil an der Geschichte. Er stellt heraus, dass Gottes Handeln nicht an Landesgrenzen oder Naturgesetze gebunden ist. Gott hat den Israeliten ein Land gegeben, um das sie sich nicht gemüht hatten, dessen Städte sie nicht gebaut und dessen Weinberge sie nicht gepflanzt hatten. Obwohl natürlich jede und jeder der Anwesenden ihren und seinen Beitrag zu der neuen Besiedelung leisteten, waren sie nicht die entscheidenden Impulse, um dem Volk eine Heimat zu verschaffen. Im Rückblick entsteht Dankbarkeit, dass Gott seine Zusage an Josua wahr gemacht hat, ihn und das Volk nicht fallen ließ und verließ. Aus der Dankbarkeit wird das Verhältnis zu Gott neu gefestigt, man kann sich auch für die nächste Wegstrecke auf ihn verlassen. Mit unserem Rückblick auf das Gemeindeleben in Neuenhain wird unser Augenmerk auch auf Gottes Anteil an diesem Jahr gerichtet. Wenn wir unsere Aktionen anschauen, wird deutlich, dass Jesus Christus in der Gemeinde gewirkt hat. Nicht wir haben viel bewegt, Leute angesprochen, Feste veranstaltet oder Aktionen gemanagt, sondern Jesus Christus hat die entscheidenden Impulse gegeben. Er hat neue Menschen in die Nachfolge gerufen. Er hat Heilung geschenkt an Körper, Seele und in Beziehungen. Er hat unseren Zusammenkünften Freude geschenkt und uns vor Katastrophen und Unfällen bewahrt. Unser Beitrag zu diesem zu Ende gehenden Jahr ist wie die Verlängerung des Armes Gottes zu sehen, von dem der Bewegungsimpuls kommt. Der Rückblick auf das persönliche Jahr wird Höhen und Tiefen beschreiben. Wir haben jetzt keine Präsentationen von unseren persönlichen Jahren vorbereitet. Die Bilder jedoch sind in unseren Köpfen gespeichert. Wichtig ist, dass wir wie Josua erkennen, wo Gott uns Vergebung und Heilung geschenkt hat, dass er uns Entlastung schenkt gegenüber den Menschen, an denen wir schuldig geworden sind, und dass er uns hilft, die noch offenen Prozesse und Wunden voller Vertrauen ihm anzubefehlen. Rückblick bedeutet Bestandaufnahme. Da stehen wir jetzt mit viel Positivem, für das wir Gott danken. Das Negative übergeben wir ihm, denn Gott ist Herr über alles. Vergleiche ich diesen Tag heute mit Bergtouren, so kommt mir ein Hüttenaufenthalt während einer Monte-Rosa- Durchquerung in den Sinn. Wir saßen auf einer Hütte auf 4600m. Hinter der Hütte fiel die Monte-Rosa-Ostwand steil mehrere tausend Meter nach Italien ab. Auf den anderen Seiten der Hütte ragten hohe 4000-er auf. Wir hatten auf dieser Hütte scheinbar eine Wahl. Wir konnten sagen: Ich will mit meinem Bergführer morgen weitergehen, weil er weiß, wie der weitere Weg aussieht, und mir helfen kann, meine Bergtour sicher fortzusetzen. Wir konnten auch sagen: Nein, diesen Bergführer, mit dem ich schon ein paar Tage unterwegs war, will ich nicht mehr, ich suche mir jetzt an den Tischen einen Neuen. Vielleicht ist der besser drauf. Noch eine Möglichkeit wäre gewesen, auf einen Bergführer zu verzichten und die Tour auf eigene Faust fortzusetzen. Dabei wäre auf jeden Fall Geld gespart worden (Rettungsflugkosten mal nicht eingerechnet ...). Josua stellte das Volk in Sichem vor diese Alternativen: Wollt ihr mit dem Gott weitergehen, der euch bis hierher gebracht hat? Wollt ihr andere Götter ausprobieren? Wollt ihr es allein schaffen? Josua 24,14-15 Josua beantwortete die Frage für sich und seine Stammesgenossen eindeutig. Er wollte mit Gott weitergehen, der ihm bisher die Treue gehalten hatte. Wie soll es für uns weitergehen? Mit Gott weiterzugehen, bedeutet, Jesus Christus zum Zentrum zu haben, ihm zu gehören. Die ersten Fragen am Morgen heißen nicht "Was ist für mich heute dran?", sondern "Was ist für dich, Jesus, heute dran? Welchem Menschen willst du heute durch mich begegnen? Welche Aufgaben willst du heute mit meiner Mithilfe anpacken?" Wenn ich nicht für Jesus lebe, stelle ich mich automatisch in den Dienst anderer.
Ich allein gehe im Kreis
und komme nicht ans Ziel, mit anderen Gleichgesinnten zusammen reißen
wir uns auf der Tour gegenseitig in den Tod. Deshalb können und sollten
wir heute eine neue Weichenstellung Josua 24,22-24 Das Ja zu Gottes Führung hat Konsequenzen. Wir können uns nicht von verschiedenen Führern leiten lassen. Das Ja zu Gott bedingt ein Nein zu anderem, das uns im Griff halten will. Um dem auf die Spur zu kommen, was uns festhält und daran hindert, Gott allein zu vertrauen, hilft es, uns zu fragen: "Woraus beziehe ich Anerkennung und Lebensinhalt? Wer oder was ist meine Sonne, um die ich kreise und von der ich erwarte, dass sie mir Lebenskraft schenkt? Was halte ich fest, dass keine Hand mehr für Gott frei ist?" Im ehrlichen Beantworten der Fragen kommen wir vielleicht dem auf die Spur, was wir loslassen müssen:
Josua stellte einen Stein in Sichem auf als Zeichen für den Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk. Dieses Zeichen ist für uns die Krippe in Bethlehem. Gott hat sein Ja gegeben. Er ist nicht mehr der ferne Gott, sondern unser Vater. Wer zur Krippe kommt, sagt Ja und willigt in den Bund ein. Wir stehen nicht nur als Einzelne an der Krippe, sondern als Volk Gottes, das in Fürbitte und gemeinsamem Glauben Halt gibt. Einladung zum persönlichen Gebet:
Cornelia
Trick
|