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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Doch ich habe noch etwas anderes entdeckt. Das Wort Gottes, das er Josua zusprach, stand am Beginn eines großen Auftrags an Josua. Der sollte das Volk Israel ins gelobte Land führen, durch einen im Frühjahr über die Ufer getretenen reißenden Strom hindurch, mitten in feindliche Stadtstaaten hinein. Gott wollte Josua mit seiner Zusage nicht einfach einen sorglosen Alltag bescheren, sondern Josua in einer großen Herausforderung seine Zusage geben. Daraus ergeben sich einige bemerkenswerte Hinweise für unser Leben. Josua und das Volk Israel
werden dabei zu einem Beispiel, wie Gott auch heute noch mit uns Menschen
spricht und wie er nicht nur damals sein erwähltes Volk führte,
sondern uns auch heute leitet mit seinem Heiligen Geist.
Aufbruch Es hätte durchaus Alternativen zu diesem Aufbruch gegeben.
Jesus begegnete Menschen, die den Wunsch äußerten, ganz nah mit ihm verbunden zu sein. Jesus sagte ihnen: Kommt und folgt mir. Doch die Leute hatten es auf einmal gar nicht mehr so eilig. Die einen vermissten sichere Häuser für die Unterkunft unterwegs, die anderen wollten erst noch den Abschied feiern und es sich dabei vielleicht noch mal gründlich überlegen, wieder andere schoben noch dringende Familienpflichten vor, die sie am Aufbruch hinderten. Die Jahreslosung ist uns nicht für das Ostjordanland gegeben, sondern für den Aufbruch nach vorn, die Herausforderung, mit Jesus dem Gelobten Land entgegen zu gehen. Wir dürfen uns mit unserem Alltag, unseren Häusern und unseren ganz persönlichen Lebensthemen nicht zufrieden geben. Es wartet ein größeres Land auf uns, in dem wir Jesu Gegenwart hautnah spüren, in noch innigerer Gemeinschaft mit ihm leben, erfahren, wie er uns den Tisch deckt und für uns sorgt. Für mein eigenes Leben möchte ich es so übertragen: Wie Josua damals Gottes Ruf gehorchte, so möchte ich Jesus hören, wie er mich ruft, ihm zu folgen. Das kann eine neue Aufgabe sein, eine Herausforderung, vor der ich mich bis jetzt gedrückt habe, eine völlig unerwartete Lebensführung oder etwas wirklich anderes, als ich für mich geplant hatte. Ich möchte Jesus nicht nur für meine eigenen Themen als Sicherheitsseil einspannen, sondern mich an seinem Seil in seine Gegenwart führen lassen. Reinigung An dieser Stelle lohnt es, wieder einen Blick auf unser Leben zu werfen. Wie schnell geschieht es, dass wir den Schritt der Reinigung auslassen. Ich sehe eine Herausforderung und stürze mich sofort hinein. Ich höre am Telefon von einer Not und fange sofort an zu überlegen, was ich tun kann. Ich habe einen wichtigen Termin und finde nicht die Ruhe vorher, mit Jesus über die Gesprächsinhalte zu reden. Wenn ich die Aufforderung Josuas befolge, dann renne ich nicht gleich zum Jordan und schwimme ans andere Ufer, sondern ich suche einen stillen Ort auf und lasse mir von Jesus zeigen, wie er Großes tun kann. Ich mache mir bewusst, dass er immer voraus geht und den Weg für mich bahnt. Ich bitte ihn, dass er meine Hand festhält, auch wenn ich unsicher werde, und mein Vertrauen stärkt, auch wenn ich Angst bekomme. Nur wenn nichts zwischen uns steht, kann er mit mir den Jordan durchschreiten. Jede Kontaktstörung kann meinen Untergang im entscheidenden Moment bedeuten. Der Weg durch den Jordan Josua 3,9-17 Nicht Josua als Führer
ging dem Volk voran, sondern Priester mit der Bundeslade, in der das Wort
Gottes aufbewahrt war. Die Priester mit der Bundeslade als sichtbarem Zeichen
der Gegenwart Gottes signalisierten dem Volk, wer ihnen den Durchzug durch
den Jordan ermöglichte. Diese Priester mit der Bundeslade sind ein gutes Symbol für unser Gebet. Wir wissen um die neue Herausforderung, wir wissen darum, dass Gott uns neues Land eröffnen will. Wir haben unser Verhältnis zu Jesus Christus bereinigt, seine Größe und Kraft ist uns wieder neu bewusst geworden. Nun geht es los. Doch wieder dürfen wir nicht einfach losstürmen und uns in die Fluten des feindlichen Flusses stürzen, sondern sollen dem Gebet den Vorrang lassen. Wie sieht das aus? Als Gemeinde sind wir daran aufzubrechen. Der Kindertreff und die Jungschargruppe werden sich nach den Sommerferien stark verändern. Kinder sind dem Kindertreff entwachsen. Werden sie Anschluss in der Jungschar finden? Werden wir neue Kinder mit dem Kindertreff erreichen können? Wird die Jungschar die Neuen aufnehmen können? Wird sie ihnen helfen, Jesus Christus lieben zu lernen? Die Jugendgruppe steht vor einem Umbruch, nachdem einige ihre Schulzeit beendet haben. Werden neue Jugendliche erreicht, die Jesus brauchen? Eine Jungbläsergruppe ist im Entstehen. Wird es Kinder geben, die mit einem Blechblasinstrument anfangen wollen, um es zur Ehre Gottes einzusetzen? Unser Nachbarbezirk bekommt einen neuen Pastor, zudem haben wir die Aufgabe, verstärkt über eine Zusammenarbeit nachzudenken. Wie soll das gehen? Und in diesem Katalog von offenen Fragen sind noch nicht die Themen einzelner aufgenommen, die nach ihrer Zukunft fragen, weil sie sehen, dass Jesus sie noch viel konsequenter in die Nachfolge ruft. Eine Gemeinde, die mit solchen Fragen nach der Anleitung Josuas umgeht, versammelt sich zuallererst zum Gebet. Dieses Gebet ist kein Aneinanderreihen von Bitten, sondern ist Warten auf Gottes Handeln. Wir können kein einziges Kind aus eigenen Kräften in den Kindertreff ziehen. Wir können keinen Jugendlichen mit eigenen Argumenten überreden, dass Jugendkreis viel besser ist als mit Freunden rumzuhängen. Wir können zwar Pläne entwerfen, wie wir mit unserer Nachbargemeinde manches zusammen tun können, aber dass das zum Wachstum der Gemeinden führt, können wir nicht planen. Wir sind doch ganz und gar abhängig von Gottes Tun und müssen uns deshalb auch nicht todesmutig in Fluten stürzen, die uns ertränken werden. Wir können beten und füreinander beten, dass der Herr uns genau den Weg freimacht, der für uns jetzt dran ist. Dafür stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Gebetstreffen einzelner, Gebetstreffen von Gruppenleitern, Besuchen der bestehenden Gebetskreise. Und noch etwas wird deutlich. Die Priester mussten ihre trockenen Füße ins Wasser setzen. Sie mussten schon mal losgehen. Unser Gebet ist keine Alternative zum Losgehen, sondern beides geschieht miteinander. Jemand sagte vor ein paar Tagen zu mir: "Ich möchte gerne in der Gemeinde mitarbeiten, sag mir, wo ich gebraucht werde." Das war eine klare Aussage. Hinterher dachte ich, hat er sich schon einen Abend oder ein paar Stunden für diese neue Mitarbeit reserviert? Ist er schon einen Schritt ins Wasser gegangen, bevor wir darum beten, wo es nun lang gehen soll? Oder wird er mir bald sagen: "Na, eigentlich will ich schon, aber Zeit habe ich nicht. Danke, dass du mit mir gebetet hast, wo Jesus mich braucht, aber ich bleibe mal noch eine Weile im Trockenen." Das Gebet im Fluss zeigte Wirkung. Das Wasser blieb gestaut stehen. Und alles Volk ging hindurch. Dieses Bild fasziniert mich. Ich sehe den Kindertreff vor mir und neue Kinder, die Zugang zu dieser Gruppe gewinnen. Ich sehe die Gemeinde, die das nicht nur wohlwollend und dankbar wahrnimmt, sondern sich mit dem Kindertreff aufmacht. Leute, die das Team unterstützen, nachfragen, helfen, für die Kinder beten. Leute, die Familiengottesdienste vorbereiten und selbst daran teilnehmen, weil sie den Ruf Gottes hören, dass die Gemeinde hier einen Weg durch den Jordan gezeigt bekommen hat. So ließe sich das auf jede andere Wegführung Gottes im Gemeindeleben übertragen. Mit dem Fuß im Wasser beginnt der Durchzug durch die Fluten. Das Gebet lässt aufmerksam werden, wo Gott uns den Weg bahnt. Und wenn wir den Weg klar vor uns sehen, dann sollten wir nicht lange hin und her diskutieren, ob es noch andere Wege gibt, sondern miteinander in großer Einigkeit losgehen und die zurückgestauten Fluten nutzen für die neuen Wege Gottes. Das Gebet sollte dabei niemals abreißen. Es ist die Verbindung zu unserem Herrn und unserem Ziel: Jesus Christus. Gedenksteine Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht, sei mutig und stark!(Josua 1,5-6) Cornelia
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