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Liebe Gemeinde, liebe Schwestern
und Brüder,
Eine solche Erfahrung machte Jonathan, der Sohn von König Saul ca. 1000 Jahre vor Christus. Die Philister waren damals die stärksten Feinde Israels. Sie zogen plündernd und mordend durch die Städte und Dörfer. Verboten war das Schmiedehandwerk, um Israel an der Waffenproduktion zu hindern. Wer einen Schmied brauchte, musste zu den Philistern gehen. Viele der Israeliten waren zum Lager der Philister übergelaufen, sie wollten bei den Siegern sein. Von ursprünglich 3000 waren nur noch 600 Leute in Sauls Armee übrig. 1.Samuel 14,1+3-15 Die Truppen der Philister lagerten hinter einer Bergkuppe, obendrauf standen Wachen. Jonathan erreichte den Fuß des Berges zusammen mit seinem Waffenträger. Er fasste den Entschluss, zu den Philistern zu gehen. Seine Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass Gott auch durch Kleinigkeiten helfen konnte. Er war bei diesem Vorhaben nicht allein, sein Begleiter sagte ihm volle Solidarität zu. Jonathan machte mit Gott einen Handel, auch wenn seine Aussagen nicht als Gebet formuliert sind. Er erwartete von Gott ein Signal, dass er sich den Philistern nähern sollte. Als die riefen „Komm!“, kroch er auf allen Vieren los. Auch wenn uns das wie eine nette Nebenbemerkung erscheint, hat es doch tieferen Sinn. Der Königssohn begibt sich auf die Knie. Er geht keinen ebenen, leichten Weg, er weiß nicht, was auf ihn zukommt. Es ist ein Weg ins Ungewisse, nur mit der Gewissheit, dass Gott ihn dazu beauftragt hat. Wie groß war die Überraschung, als über die Philister buchstäblich ein Gottesschrecken fiel. Die Wachen fielen einfach um, es gab einen riesen Tumult im Lager, jeder stand gegen jede auf. Jonathan konnte zusehen, wie die Feinde in sich zusammenfielen. Seine einzige Aktivität bestand darin, den Berg heraufzukriechen. Diese Begebenheit ermutigt uns, Gott auch in schwierigen Zeiten zu vertrauen. Er kann durch viel oder wenig helfen. Jonathan hatte ein Anliegen Jonathan hörte nun das Schlüsselwort „Komm!“, und er ging los. Gehen wir auch los, oder zögern wir, weil wir uns trotz Zeichen nicht sicher sind? Hätte Jonathan gezögert, wäre die Gelegenheit vorbei gegangen. Er hätte keine Gotteserfahrung gemacht, und die Philister hätten weiterhin die Oberhand gehabt. Blicken wir auf unsere Gemeinde – denn Jonathan hatte ja nicht nur sein persönliches Schicksal, sondern das der Israeliten im Blick – so ist unser Anliegen klar. Wir wollen, dass hier ein Ort ist, an dem Menschen Orientierung finden und lernen, Gott zu vertrauen. Nicht nur durch Gottesdienste werden sie das erfahren, persönliche Begegnung und Begleitung von uns allen wird nötig sein. Wenn wir also darum beten, dass Menschen hier Gott finden, schließt es ein, bereit zu sein:
Jonathan hatte Leidenschaft Es ist eine ehrliche Frage an mich selbst, bin ich bereit zu knien für mein Anliegen? Ist es mir so wichtig, dass ich mich in die Abhängigkeit von Gott begebe und warte, was er sagt oder tut? Vielleicht liegt das Problem aber gar nicht im Knien, sondern schon davor. Vielleicht ist die Leidenschaft für Gott gar nicht so stark, ihn überhaupt in die Herzensangelegenheiten einzubeziehen. Wie können wir die erste Liebe wieder entfachen? Wir brauchen dazu eine Tankstelle, die unseren leeren Tank füllt. Menschen, die uns helfen, wieder mit Gott in Kontakt zu kommen, Orte, die in besonderer Weise Inspiration geben, Zeiten, in denen wir zur Ruhe kommen und im Aufnahmemodus sind. Von allein geschieht das selten, diese Tankstelle der Liebe Gottes müssen wir bewusst aufsuchen. Jonathan war nicht allein, sein Begleiter hielt zu ihm Der Begleiter von Jonathan hatte sich nicht selbst aufgedrängt, Jonathan hatte ihn beauftragt, mit ihm zu gehen. Das ermutigt uns, jemand bewusst darauf anzusprechen, ob er für eine Situation mit betet. Unser Anliegen als Gemeinde sollten wir auch miteinander vor Gott bringen, nicht pauschal und anonym, sondern 2 oder 3 miteinander im ganz normalen Alltag. Wie kann das aussehen? Vielleicht ruft man sich an und betet am Telefon. Man macht eine Uhrzeit aus, wo beide für das gemeinsame Anliegen beten. Man geht miteinander spazieren und betet dabei, viele Möglichkeiten, diese Geschichte aus dem alten Israel ins eigene Leben zu transportieren. „Es ist dem Herrn nicht schwer, durch viel oder wenig zu helfen.“ Ganz wörtlich dürfen wir das nehmen. Manchmal reicht ein Blatt im Steuer, um einem anderen zum Sieg zu verhelfen. Manchmal reicht ein liebevolles Wort, um dem Tag einen Sinn zu geben. Manchmal braucht es mächtigen Sturm, dass Gottes Wille geschehen kann. Wir brauchen einander, um unsere Berge auf den Knien zu erklimmen. Cornelia
Trick
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