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Liebe Gemeinde, liebe Freunde,
Paulus schrieb den Brief an die Gemeinde in Philippi in einer solchen Abschiedssituation. Er war in Ephesus inhaftiert und erwartete das Urteil, schloss auch die Todesstrafe nicht aus. Seiner Lieblingsgemeinde gab er mit diesem Brief das Wesentliche mit, das sie wissen sollten, falls sie Paulus nicht wiedersahen. Mitte seines Briefes ist ein Lied auf Jesus Christus, der mit seinem Leben auf der Erde den Weg der Demut ging. Aus diesem Vorbild folgt für Christen, dass sie mit Jesus bereit sind, alles loszulassen, um ganz Gottes Hand und seiner Führung zu vertrauen. Am Schluss des Briefes kommt Paulus auf eine Geldsendung der Gemeinde an ihn zu sprechen. Seine Freude über das liebevolle Zeichen der Verbundenheit bringt er in Zusammenhang mit dem Gesamtthema, sich ganz und völlig auf Christus zu verlassen und sich Gottes Hand anzuvertrauen. Philipper 4,10-20 Ich kann Not leiden, ich kann im Wohlstand leben; mit jeder Lage bin ich vertraut. Ich kenne Sattsein und Hungern, ich kenne Mangel und Überfluss. Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. Aber es war freundlich von euch, dass ihr an meiner Notlage Anteil genommen und mir geholfen habt. Ihr wisst ja, ihr in Philippi: Am Anfang meiner Missionstätigkeit, als ich die Gute Nachricht von Mazedonien aus weitertrug, wart ihr die einzige Gemeinde, von der ich als Gegenleistung für meinen Dienst etwas annahm. Schon nach Thessalonich habt ihr mir etwas für meinen Unterhalt geschickt und auch später bei der einen oder andern Gelegenheit. Denkt nicht, dass es mir auf euer Geld ankommt! Mir liegt daran, dass sich euer eigenes Guthaben vermehrt - ich meine: dass euer Glaube einen Ertrag bringt, der euch bei Gott gutgeschrieben wird. Ich bestätige, dass ich durch Epaphroditus den ganzen Betrag erhalten habe. Es ist mehr als genug; ich habe nun wirklich alles, was ich brauche. Diese Gabe ist wie ein Opfer, dessen Duft zu Gott aufsteigt und an dem er seine Freude hat. Gott, dem ich diene, wird euch alles geben, was ihr braucht, so gewiss er euch durch Jesus Christus am Reichtum seiner Herrlichkeit teilhaben lässt. Gott, unser Vater, sei gepriesen für immer und ewig! Amen Die 1. Erkenntnis: Geld ist Same für den Himmel Aber wir hätten euer Geld nicht wirklich gebraucht. Wir kommen hier mit viel oder wenig zurecht. Wir erleben immer wieder, wie Christus bei uns das Sagen hat und der eigentliche Chef im Krankenhaus ist. Er sorgt immer dafür, dass es weitergeht. Doch wir als Krankenhausgemeinde freuen uns für euch Neuenhainer. Es zeigt uns, dass ihr unabhängiger vom Geld werdet. Weil ihr Gott immer mehr vertrauen könnt, lasst ihr euer Geld los. Damit sät ihr im Himmel. Euer Geld wird zu himmlischem Samen für Gottes Welt. Und wir können euch nur aus eigener Erfahrung sagen: Gott wird für euch sorgen. Es wird euch an nichts fehlen. Er hat dem Tod die Macht genommen, er wird auch für euch da sein. Übertragen wir die Paulusworte in die Gegenwart, wird ganz deutlich, worum es geht Je
mehr wir es loslassen, desto stärker spüren wir Gottes Hand.
So können wir uns einüben in der Nachfolge. Allerdings bedeutet
das auch, Gott nicht einfach das Übriggebliebene zu geben, die Cent,
die beim Einkaufsbummel nicht ausgegeben wurden, weil man sich davon eh
nichts mehr kaufen konnte. Um Gottes Hand stark zu spüren, müssen
wir wirklich loslassen und unserer Liebe durch das Geben Ausdruck verleihen.
Geld für Jesus zu geben, kann niemals von Menschen verordnet oder befohlen werden. Denn dadurch wird es zur Pflichtübung, der man nur murrend und sich innerlich widersetzend nachkommt. Im Geiste formuliert man bei einer gezwungenen Abgabe schon "100 Tricks, um Geld zu sparen", man wird noch intensiver an Geld denken, es erscheint noch reizvoller, möglichst viel davon Gott vorzuenthalten. Das führt zum genauen Gegenteil dessen, was Paulus meint, ein Geben aus Liebe und Vertrauen zu Gott, der sowieso alles geschenkt hat. Klar wird auch, dass Spenden nicht abhängig voneinander macht und ein Oben und Unten zementiert. Paulus ist trotz der Unterstützung durch die Philipper ein freier Mann. Er ist nicht verpflichtet, sich für die Gabe zu revanchieren, denn die Philipper taten es ja für sich, um selbst zu lernen, mehr auf Gott zu vertrauen. Die Menschen in Afrika werden nicht von uns abhängig, weil wir ihnen Geld schicken. Sie helfen uns, Nachfolge einzuüben. Sie unterrichten uns in Sachen Gottvertrauen. Sie geben uns genauso viel, wie wir ihnen, wahrscheinlich sogar mehr. Wir müssen ihnen danken, dass sie uns näher zu Gott bringen. Die 2. Erkenntnis: Alles durch Christus Auch wenn die deutlich nach dem 2. Weltkrieg Geborenen oft nur einen Teil der Aussagen kennen, nämlich Wohlstand, Sattsein und Überfluss, ist es doch wichtig, sich diese Sätze sehr gut einzuprägen. Sie sind die Überlebensration, wenn dann doch Zeiten der Not, des Hungers und des Mangels kommen. Und im übertragenen Sinne kennen wir vielleicht Not, nicht zu wissen, wie die laufenden Ausgaben zu bestreiten sind, Hunger nach Liebe und Annahme, Mangel an Perspektiven und Lebenserfüllung. Weil es so wichtig ist, das Loslassen zu üben, um immer fester mit Jesus Christus zu leben, möchte ich den Kernsatz mit ihnen durchbuchstabieren, Wort für Wort: Ich
vermag alles durch den, der mich mächtig macht.
Ich: Paulus ruft auf, sich auf Jesus einzulassen. Es ist ein Wagnis und ein Experiment. Ich soll nicht Zuschauer bleiben, der Paulus beobachtet und sich über sein Gottvertrauen freut, sondern selbst teilnehmen, darauf warten, dass Gott sich mir zeigt und mich in der Not hält. vermag: vermögen bedeutet Kraft haben oder können. Diese Kraft kommt nicht aus mir selbst. Ich habe sie nicht wie einen eingebauten Chip zur Verfügung oder trage sie mit mir wie einen Powerriegel, den ich bei Bedarf zusätzlich esse, um fit zu sein. Diese Kraft bekomme ich, wenn ich mich freiwillig entscheide, Jesus machen zu lassen. Es ist seine Kraft, die ich für mich in Anspruch nehmen kann. Es erinnert mich an das eine Mal, als ich Tandem fuhr. Ich musste hinten sitzen, weil ich nicht die Kraft hatte zu lenken. Ich vermag alles, weil Jesus vorne sitzt, lenkt und die Haupt-Tretleistung erbringt. Ich muss nur mit treten. alles: Nicht nur etwas oder Manches kann ich, was ich auch mit eigener Kraft zu Wege bringe. Ich muss aus meinem Sicherheitsdenken herauskommen und meine innere Sperre, die mir viel zu enge Grenzen vorgibt, sprengen lassen. Es geht nicht darum, dass Jesus aus einer 2 eine 2+ in meinem Lebenszeugnis machen will, sondern mich völlig neue Fächer studieren lässt, von denen ich nicht mal geträumt hätte, das ich sie bewältige. Es ist, als wenn ich, Cornelia Trick, Ingenieurwissenschaften studieren sollte und es sogar könnte. Das will Gott in übertragenem Sinne mit mir machen - alles. durch: Jesus ist der aktive Partner, ich der passive. Ich kann nicht alles "mit" Jesus, sondern durch ihn. Mit Jesus könnte zu dem Missverständnis führen, ich hätte Jesus bei meinen Aktivitäten unter dem Arm oder in der Tasche dabei. Nein, er macht nicht mit, sondern er macht allein. den: Jesus ist Person, nicht Sache oder göttliches Prinzip. Er kümmert sich persönlich um mich. Er ist die Person, in der ich Gott erkenne. Deshalb ist es wichtig, Jesus kennen zu lernen und von ihm immer mehr zu lernen. Es sollte mein innigstes Bedürfnis sein, mehr über den zu erfahren, der mein Tandem lenkt. der: Jesus ist aktiv, er kümmert sich um mich persönlich, er lässt mich in jeder Lebenssituation seine Kraft erfahren. Er hat etwas mit mir vor, bringt mich auf den Weg, der für mich gut ist. mich: Habe "ich" mich Jesus zur Verfügung gestellt und mich ihm anvertraut, handelt er jetzt an mir. Ich darf erfahren, dass er mich mit allem ausstattet, was ich brauche. mächtig: was bedeutet hier Macht? Ist sie die Macht, die in oben und unten einteilt, um die Kleinen klein zu halten? Ich nehme die wörtliche Bedeutung: Dynamis, die Kraft, die nach vorne drängt. Jesus treibt mich an wie einen Dynamo am Fahrrad. Er bringt mich in Bewegung, dass ich leuchte für ihn. Die 16900€ für das Krankenhaus in Maua sind verschwindend klein angesichts dessen, was die Leute dort alles brauchen. Aber Jesus macht aus ihnen viel mehr. Jesus gibt Macht, über den Situationen zu stehen, weder in Not, noch in Hunger oder Mangel unterzugehen. Er gibt Antrieb nach vorn, seinen Weg zu erkennen und ihn auch zu gehen. macht: Jesus macht, er ist der Macher meines Lebens. Ich kann getrost mein Geld, sogar mein Leben loslassen, er macht es neu. 3. Erkenntnis: Nichts wird uns fehlen Wie schön, wenn die Eltern dem Jugendlichen, der zum Austauschjahr nach USA aufbricht, mitgeben: Du vermagst alles durch den, der dich mächtig macht! Wie schön, wenn wir das für uns annehmen können und uns überraschen lassen, wie er uns durch Not, Wohlstand, Hunger, Sattsein, Mangel, Überfluss nicht loslässt und wir ihn festhalten, weil wir wie die Philipper loslassen können - auch unser Geld. Die Antwort auf Jesu Angebot ist Lob: Gott, unser Vater, sei gepriesen für immer und ewig! Amen. Cornelia
Trick
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